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Unter dem Thema „Operationen“ wurde schon die Vollnarkose angesprochen.

Als Vollnarkose wird seit langem bei Vorliegen einer HMSN eine triggerfreie Narkose empfohlen, da diese einige Risiken während einer OP vermindert. Diese Empfehlung bezieht sich allerdings nicht auf Risiken, die insbesondere bei der HMSN während einer OP auftreten, sondern auf Risiken, die man allgemein bei neuro-muskulären Erkrankungen im Rahmen von Operationen beobachtet hat.
Mittlerweile gibt es für die HMSN eine eigene Handlungsempfehlung zur Anästhesie von Orphan Anesthesia. Darin finden sich Empfehlungen zur Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) und zur geburtshilflichen Anästhesie (Epidural- oder Spinal-Epiduralanästhesie) sowie Empfehlungen hinsichtlich dessen, was bei Patienten mit HMSN ansonsten beachtet werden sollte. Diese Handlungsempfehlung stelle ich weiter unten auf dieser Seite zum Download bereit.

Neben einer Vollnarkose, wie sie in den Handlungsempfehlungen von Orphan Anesthesia beschrieben wird, kann auch eine Teilnarkose gewählt werden. Bei der HMSN spricht nichts gegen eine Spinal- oder Epiduralanästhesie, beide Narkosevarianten sind sicher und verursachen keine Verschlimmerung der HMSN.

Dasselbe gilt für Lokalanästhesien, die z.B. beim Zahnarzt eingesetzt werden. Auch hierbei gibt es keine Hinweise darauf, dass sie eine Verschlimmerung der HMSN bewirken, sie können also bedenkenlos eingesetzt werden.

Das einzige Anästhetikum, welches möglicherweise eine Verschlimmerung verursachen könnte, ist Lachgas, welches heute aber nicht mehr oft verwendet wird. Sollte ein Arzt Lachgas als Anästhetikum vorschlagen, sollte man zum Ausschluss aller potentiell möglichen Risiken davon mit Hinweis auf die HMSN Abstand nehmen und eine anderes Narkosemedikament wählen.